Menü

4 Tagesausflug Altes Land

An Christi Himmelfahrt starteten 27 Teilnehmer des OGV nicht zu einem Vatertags Ausflug, sondern zum 4 Tagesausflug ins Alte Land.
Die Anfahrt führte über Würzburg und die A7 in Richtung Hamburg. Mit einem Picknick mit
Wein vom Bauersberger Hof und Kuchen von Karin Rölke wurde die lange Anreise kurzweilig.
Auch wegen eines Staus zwischen Hannover und Hamburg bekamen die OGVler bei dessen Umfahrung einiges der herrlichen Landschaft mit langen Alleen und gepflegten Vorgarten einen Vorgeschmack auf das Reiseziel.
Unser Hotel „Zur Eiche“ befand sich in Buxtehude. Ein schönes weitläufiges Landhotel, mit 
hervorragendem Frühstück und Abendessen.
Am 2. Tag ging es in die Hansestadt Stade, wo uns Stephanie, unsere Stadtführerin in traditioneller Tracht mit Dupfenrock, Schürze und Haube begrüßte. Während des Rundgangs durch die Hansestadt erläuterte sie die Geschichte der Stadt die am Fluss Schwinge, einem Zufluss der Elbe, liegt. Um 650 n.Chr. entstand eine Siedlung mit Schiffsanleger. Der Begriff Stade (Ufer) kommt daher. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Stade 994 durch eine 
Plünderung der Wikinger.
Der Hafen von Stade war in damaliger Zeit ein noch wichtigerer Handelspunkt als Hamburg. 
Er verlor aber mit der Bauart größerer Handelsschiffe mit mehr Tiefgang an Bedeutung. 
Beim weiteren Spaziergang vorbei an der Cosmae-Kirche und dem Schiefen Turm machte man noch einen Abstecher ins Rathaus, wo sich ein Modell der Stadt aus dem Jahre 1620 befindet. Hieran erklärte unsere Führerin die weitere Geschichte vom Mittelalter über die Zeit als Stade zu Schweden gehörte bis in die Neuzeit.
Die Mittagszeit stand zur freien Verfügung und so mancher besuchte eine der vielen Einkehrmöglichkeiten oder genoss ein leckeres Krabben- oder Fischbrötchen am Hafen.
Eine Fahrt mit einem Fleetkahn stand nach der Mittagspause auf dem Programm.
Gemächlich schipperten die OGVler auf der Schwinge vorbei an einer malerischen Flusslandschaft. Unsere Kapitäne unterhielten uns mit interessanten Infos über den Fluss und die Stadt.
Zum Abschluss des 1. Tages besuchten wir Buxtehude. In Buxtu, wie die 40000 Einwohnerstadt im Niederdeutschen heißt, begrüßet uns unsere Stadtführerin Heike Schumacher zu einem kurzweiligen Stadtrundgang. Sie erklärte uns, dass sich Buxtu aus der ersten schriftlichen Erwähnung aus dem Jahre 959, aus Buochstaden (Buchenstätte) ableitete und im Laufe der Zeit sich zu Buxtehude entwickelt hat. 
Die Stadt wurde im Zuge der niederländischen Besiedelung im 12. Jahrhundert gegründet.
In Buxtehude befindet sich auch eine Mühle in der Stadt, welche bei so mancher Belagerung die Bewohner mit Mehl versorgte. Auch galt Buxtehude als schwer einnehmbar, da die Feinde in der Marschlandschaft einfach versanken. 
Auch ist Buxtehude als Märchenstadt bekannt. Das bekannte Rennen von Hase und Igel fand 
dort statt.
Am 2. Tag empfing uns Heike in typischer Altländer Festagstracht. Zu Beginn der Rundfahrt 
durch typische Dörfer erklärte uns Heike die Urbarmachung der Marschlandschaft durch die Niederländer zwischen 1130 und 1230. Die erste Besiedelung erfolgte in zwei Abschnitten, welcher der Erste das Alte Land (Olland) dann war. Der letzte und 3. Abschnitt erfolge erst im 15. Jahrhundert.
Typisch für das Alte Land sind die sogenannten Marschhufendörfer nach niederländischem Vorbild.
Imposant war auch der Besuch der St. Batholomäuskirche in Mittelkirchen mit einem typischen Kastengestühl. Anhand der Schilder an der Seite konnte man die „Besitzer“ der Kirchenstühle sehen. Je näher zum Altar, desto teurer wurden die Plätze für die Besitzer.
Für die damalige Zeit war auch das soziale Gefüge durchaus fortschrittlich. So waren Bauern  im Mittelalter freie Bürger. War ein männlicher Nachkomme für den Hof nicht vorhanden,
konnte auch eine Tochter den Hof übernehmen. Und war dann ihr Mann nicht gut oder gar gewalttätig, so konnte sie diesen vom Hof jagen und sich einen Neuen suchen. 
Altländer Bauern waren sehr gebildet. Hatte man Geld in der Tasche, schickte man die Kinder zur Schule.
Auch der Obstbau spielte eine wichtige Rolle.1312 war die erste urkundliche Erwähnung des Obstbaus. Im 17.Jahrhundert wurde auf 200 Hektar Obst angebaut. Heute sind es 10.000 Hektar. Das Alte Land ist somit das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet nördlich der Alpen.
Auf dem Obsthof Schuback empfing uns die Besitzerin Ulrike Schuback zu einer Führung. Sie erzählte uns wissenswertes über den Plantagenanbau von Obst, sowie die anfallenden Pflegearbeiten wie Schnitt, Düngung, Pflanzenschutz, Frostschutz, Ernte und Lagerung.
Auch die prekäre wirtschaftliche Lage des deutschen Obstanbaus schilderte sie eindringlich.
27 Cent bekommt sie im Schnitt für 1 Kilo Äpfel, um wirtschaftlich zu überleben benötigt sie mindesten 60 Cent.
Von 400 Betrieben im Alten Land werden ca. 80 kommende Saison voraussichtlich nicht mehr existieren. Eine Folge falscher Handelspraktiken des Einzelhandels und einer verfehlten Agrarpolitik, erklärte uns Frau Schuback.
Nach so viel wissenswertes über den Obstbau ging es nach einer leckeren Kartoffelsuppe zum Altländer Apfeldiplom.
In entspannter Runde bei einem Diekpedder (Apfelsaft mit einem Schuss Obstler) wurde den OGVlern ein Prüfungsbogen ausgeteilt. Es waren Fragen zum Obstbau im Allgemeinen und speziell im Alten Land zu beantworten.
Alle Teilnehmer haben ihr Apfeldiplom bestanden. Wir sind ja vom Fach!
Am 4. Tag war die Heimreise. Die informativen Tage im Alten Land sorgten für allerlei Gesprächsstoff auf der Heimreise. Auch das Aufbrauchen unserer kulinarischen Vorräte bei einem Picknick ließ keine Langeweile aufkommen.
Bedanken möchten wir uns bei Erika für die Organisation der Reise, bei Karin für die Backwaren und beim Busunternehmer Binder-Reisen für den sicheren Transport.

Martin Krinn



Neuigkeiten

100 Jahre OGV Berkheim

12.11.2023

Am Samstag 11.11.2023 fand die Feier zum 100. Geburtstag des Obst- und Gartenbauverein Berkheim e.V. statt.
Mehr zu unser...
weiter

Pflanzzeit für Obstgehölze

15.11.2023

Jetzt ist die beste Pflanzzeit für Obstgehölze!
Derzeit erhalten Sie im Handel "wurzelnackte" Bäume.
Diese sind im Normalfall etwas günstiger als Pflanzen im Topf.
Außerdem wachsen sie besser an, da sie die Herbst- und Winterfeuchte ausnutzen können
und sich während der Vegetationspause an ihren neuen Standort gewöhnen können.

Unser Tipp:
...
weiter

Termine

Advent im Obstbau-Stüble

08.12.2023
Um: 18:00 Uhr
Ort: Berkheim, Altes Rathaus
Alle Termine

Obst- und Gartenbauverein in Esslingen-Berkheim e.V.

Filderstrasse 63
73734 Esslingen
info@ogvberkheim.de
©2023-2023 Obst- und Gartenbauverein in Esslingen-Berkheim